Papierkrieg

Und ich dachte, die Stiefkindadoption wäre mit viel Papier verbunden. Da kann ich ja nur milde lächeln.

Wenigstens brauchten wir da keine Übersetzungen vom dem ganzen Kram und medizinische Untersuchungen, die nur ein bestimmter Arzt machen darf und die schlappe 250 Euro (in bar) kostet. Wir mussten auch nicht mit Fotos nachweisen, dass wir ernsthaft verheiratet sind und ich nicht nur meine Frau geheiratet habe, weil ich unbedingt nach Kanada einwandern will. Es gibt auf dem Fragebogen tatsächlich so Fragen wie: War die Ehe arrangiert? Haben Sie Ihren Partner schon einmal getroffen, bevor Sie geheiratet haben? Nett, oder? Aber da merkt man halt, dass Kanada ein Einwanderungsland ist, was von vielen Menschen auf der ganzen Welt als zukünftige Heimat auserkoren wird.

Das gute ist, dass unsere beiden Kinder bereits kanadische Staatsbürger sind. Seit 2009 (ich glaube, es war 2009) gibt es ein Gesetz, was alle Kinder, die von Menschen, die selbst in Kanada geboren wurden oder die selbst kanadische Staatsbürger sind, automatisch zu Kanadiern macht. Daher war es auch so wichtig, dass Cerah auf den Geburtsurkunden der Kinder als Elternteil steht. Das einzige, was wir noch brauchen, ist ein offizieller Wisch, der das auch bestätigt. Will heißen, wir schicken ein Formular mit den Geburtsurkunden von Cerah und den beiden und Pässen der Kinder an die kanadische Behörde, die dafür zuständig ist und bekommen dann einen kanadischen Pass bzw. einen vorläufigen kanadischen Pass. Das bedeutet für mich, dass ich in meiner Familie die einzige bin, die kein Kanadier ist. Ich armes Häschen.

Wir haben beinahe alle Papiere für den Antrag auf Sponsorship zusammen, da mich meine Frau als Kanadierin sponsern wird. Will heißen, sie ist dafür verantwortlich, dass ich dem Staat nicht auf der Tasche liege. Daher auch der Nachweis, dass wir nicht nur auf dem Papier verheiratet sind, sondern uns tatsächlich kennen und eine Familie sind. Und da nun eben auch die Kinder Kanadier sind, sollte das theoretisch auch relativ problemlos klappen. Wobei relativ auch immer relativ ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die noch irgendwelche Nachweise von irgendwas wollen, woran wir im Moment nicht mal im Traum denken. Wir werden uns einfach mal überraschen lassen. Bleibt uns ja auch  nicht viel anderes übrig. Ich hoffe auf positiv gestimmte kanadische Einwanderungsbehörden, die sich freuen, wenn eines ihrer Schäfchen wieder heimkehrt und noch ein paar Familienmitglieder mitbringt…

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