Fifty Shades of Grey Trilogie

Weil mittlerweile doch einige Suchanfragen über die Fifty-Shades-Trilogie hier eintrudeln, muss ich mich doch mal dazu äußern.

In der englischsprachigen Welt ist diese Buch-Trilogie gerade enorm im Trend und belegen auf der New York Times Bestseller Liste im ebook-Bereich die ersten drei Plätze. Der Grund dafür ist die „Kontroverse“ die diese Bücher umgibt, da diese in die Kategorie Erotica fallen. Und nicht nur Erotica, sondern auch noch Erotica mit B.D.S.M-Thematik. Oh mein Gott! Skandal!

Aber ganz kurz zur Handlung: Fifty Shades war ursprünglich Twilight Fanfiction und unter dem Namen „Master of the Universe“ zu finden. Es geht um Anastasia Steele, Collegestudentin, die Christian Grey, ein super gutaussehnder Mega-Millionionär kennenlernt. Ana ist das unschuldige Lämmlein, eine Jungfrau – im Romanzen-Genre ja keine Seltenheit – und verliebt sich in Christian. Er fühlt sich von ihr auch angezogen und möchte sie wiedersehen. So weit so gut. Dummerweise ist Christian ein Dom (dominanter Partner in einer B.D.S.M-Beziehung) und hätte gerne eine Wochenendbeziehung, die rein auf Se.x basiert und in der er die absolute Kontrolle hat. Dafür gibt es einen Vertrag, in dem genau festgelegt wird, was wann wie passiert (in se.x.ueller Hinsicht) und eine dazu passende Verschwiegenheitserklärung. Ana ist davon völlig überwältigt und wenn sie nicht so unsterblich in Christian verliebt wäre, hätte sie gleich das Weite versucht. Da sie nun aber eben verliebt ist, möchte sie es wenigstens versuchen, stellt aber bald fest, dass das alles ein bisschen zu Hardcore für sie ist. Verständlich. Ist auch ein bisschen viel auf einmal: Hallo, ich finde dich toll. Lass mich dich auspeitschen! Wie dem auch sei. Am Ende finden sie doch noch zueinander – es ist eben eine klassische Liebesgeschichte – und es findet eben auch viel S.e.x statt. Kein Blümchense.x in Missionarsstellung, sondern eben etwas kreativer mit ein paar Ecken und Kanten.

Zugegebenermaßen hatte ich die erste Hälfte des erstes Buches etwas mit diesem Se.x-Vertrag zu kämpfen. Das war mir ein bisschen zu gefühlskalt und so überhaupt nicht Liebesroman. Spätestens ab der zweiten Hälfte des ersten Teils, war ich der Geschichte aber absolut und völlig verfallen. Der Schreibstil ist nicht der beste, aber darüber kann ich hinwegsehen, wenn die Geschichte gut genug ist. Und für mich war sie das.

So weit so gut. Ich finde daran weder etwas verwerfliches, noch schockierendes, aber die Amis sehen das wohl etwas anders. Das Medienecho auf diese Buchserie war/ist riesig und es gibt da so einiges, was mir gegen den Strich geht.

Da wäre zum einen die Bezeichnung Mommy Porn. Das scheint neuerdings die Bezeichnung für Erotikromane zu sein, weil das angeblich hauptsächlich von Müttern gelesen wird. Könnte vielleicht daran liegen, dass die meisten Frauen ab 30 eben oft auch Mütter sind. Was genau ist dann Papa.por.no? Ich hasse es, wenn man Liebesromane und etwas explizitere Liebesromane als P.orn.o bezeichnet. Geht mir total gegen den Strich. Meiner Ansicht nach geht es bei diesen Romanen, um Liebe und Gefühle und ja, da gehört dann auch S.e.x dazu, aber es ist nicht einfach nur sinnloes Ru.mge.fick.e, was meiner bescheidenen Meinung nach die Definition von Po.rn.o ist.

Zweitens: Angeblich sei die Buch-Serie frauenverachtend, der männliche Protagonist gewalttätig und „einfach nur widerlich“. Bitte was? Haben diese Kritiker die Bücher überhaupt gelesen? (Die Antwort darauf ist übrigens nein, wie besagte Kritiker teilweise auch zugegeben haben.) Was bitte ist daran frauenverachtend, wenn die weibliche Hauptfigur sagt, nein, das mit dem S.exv.ertrag funktioniert für mich nicht, ich trenne mich von dir? Und das auch durchzieht? Ich verstehe auch nicht, was an der Figur Christian Grey gewalttätig und widerlich sein soll. Ja, er ist dominant und ein Kontrollfreak. Ja, er benutzt körperliche Züchtigung für seine Affären. Aber – und das ist der entscheidende Punkt – die weibliche Gegenpartie ist damit einverstanden und genießt das. Nicht umsonst steht B.D.S.M für Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism. Es gibt ein „Safeword“ auch im Buch, was bedeutet, wenn einer der beiden Partien dieses benutzt, ist Schluß. Sofort, auf der Stelle und ohne Diskussion. Mit Missbrauch hat das nichts zu tun.

Aber was rege ich mich eigentlich auf.

Es ist ein Erotikroman mit leichter B.D.S.M-Thematik. (B.D.S.M-Blümchens.ex quasi.) Ganz einfach. Die Liebesgeschichte ist absolut klasse. Ich habe sie geliebt und gleich zwei Mal hintereinander gelesen, weil es mich einfach nicht losgelassen hat. Für empfindliche, zartbesaitete, prüde Menschen vermutlich nicht wirklich zu empfehlen. Mir hat’s gefallen.

Im Moment gibt es die Bücher nur auf Englisch als e-book. Die Druckrechte wurden vor kurzem an einen großen Verlag verkauft, der das ganze jetzt als echte Papierbücher auf den Markt bringt. Die Filmrechte sind auch verkauft, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass das als Film im Kino funktionieren kann. Aber vielleicht liege ich da auch falsch.

Laut Random House Pressemitteilung wird Fifty Shades of Grey (das erste Buch) im Juli 2012 auf Deutsch erscheinen. Ich spreche hiermit eine offizielle Leseempfehlung aus.

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