Herzeleid

Im Zuge eines Umzugs ist man genötigt sich mit seinen weltlichen Besitztürmer auseinander zu setzen. Und zwar mit allen. Auch mit denen, die sich in der Abstellkammer und im Keller und auf dem Dachboden des Elternhauses verstecken. Theoretisch könnte man das alles ungesehen in die Tonne klopfen, wenn man der Regel Wenn man es zwei Jahre lang nicht angefasst hat, dann braucht man es auch nicht folgt. Eigentlich eine sehr gute Regel nur so einfach ist es dann doch nicht. Es macht aber das aussortieren einfacher. Denn ja, natürlich muss ich mir nochmal alles ansehen, könnte ja sein, dass sich da noch Schätze aus der Kinder- und Jugendzeit verstecken, aber es fällt auch wesentlich leichter, Dinge loszuwerden, denn ganz ehrlich, brauche ich wirklich die alten Barbieklamotten oder das Kinderbuch, was ich eigentlich als Kind schon doof fand? Oder die zwei Millionen Kerzenständer und Keramikengel und Schneekugeln, die ich mal gesammelt habe? Leider musste ich auch feststellen, dass ich immer schon gerne alles mögliche gesammelt habe.

Aber man wird mit dem Alter ja weiser (hahaha) und es fällt mir mittlerweile wirklich leichter, mich von Sachen zu trennen. Meine Barbies kommen natürlich mit, als ob das überhaupt eine Frage wäre, und meine Überraschungseierfigursammlung ebenso. Meine Kinder- und Jugendbücher habe ich um ca. 2/3 reduziert, bleiben durften nur die, die einen bleibenden (positiven) Eindruck hinterlassen haben. Sonstiges Dekogekrösel und dämliche Teenie-Briefe, die mir beim nochmaligen Lesen unangenehme Flashbacks beschert haben, sind in den Müll gewandert.

Schön finde ich, dass ich das, was noch brauchbar ist, nicht in den Müll schmeißen muss. Das fällt mir nämlich wirklich schwer. Zum Glück gibt es in Freiburg ein bzw. zwei Secondhand-Kaufläden, die gerne Bücher, Kinderspielzeug und generell Hausrat annehmen. Ich finde das ganz wunderbar, denn nur weil wir keine zwei Schaukelpferde, fünf tausendteilige Puzzle und 20 Rucksäcke brauchen, heißt das noch lange nicht, dass jemand anderer das nicht gerne für wenig Geld erstehen würde.

Heute wurde das erste Auto voll mit Zeugs abgegeben, aber das wird mit Sicherheit nicht das letzte sein. Es ist erstaunlich was sich so in 5 Jahren alles ansammelt.

(Warum ich das hier eigentlich Herzeleid genannt habe? Weil ich früher schon auf Romanzen stand und heute so wunderbare (hust) Titel wie diese hier dem Secondhand-Laden vermacht habe:


Alleine die Cover verursachen schon Augenkrebs. Da schreit wirklich alles 90er! Aber geliebt habe ich die Bücher trotzdem und eines davon sogar behalten. Das heißt Meine schöne Schwester und handelt von Magersucht. Als Teenie hat mich das schwer beeindruckt.)

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7 Gedanken zu “Herzeleid

  1. Eigentlich ist Umziehen einfach nur ätzend und anstrengend, aber das Ausmisten finde ich irgendwie super. Man findet einerseits alte Schätze wieder und man schmeißt einfach ganz viel Kram weg, den man zwar anhäuft aber wirklich nicht braucht. Wir haben bestimmt 3 Kisten Bücher und Zeitschriften entsorgt, vier Säcke Klamotten und noch ein Haufen anderen Zeugs, dass wir nie, nie, nie benutzen. Trotzdem ist kein Regal leer geblieben. 🙂
    Für so einen großen Umzug einen Seecontainer packen stell ich mir allerdings extrem gruselig vor. Wie läuft das dann eigentlich? Steht der dann bei euch vor dem Haus? Und wie lange müsst ihr dann auf das Ding warten? Das werden sicher ein paar anstrengende Wochen.

    • Der Seecontainer steht exakt drei Stunden vor unserem Haus. So lange haben wir Zeit, das Teil zu packen. Jede weiter Stunde kostet 65 Euro (oder waren es 75?).
      Unterwegs wird das Teil etwa 3 bis 4 Wochen sein. Eigentlich nicht soooo lange, wenn man bedenkt, dass er per Schiff kommt.

      • Hä, wie soll man sowas in drei Stunden laden? Alleine für unseren Umzug hat das Laden der LKWs etwa 7 Stunden gedauert. Ok 5. Stock (aber Aufzug) und Küchenabbau. Aber eben 4 Männer mit gut Muskeln und gute Vorbereitung. Ich drück euch die Daumen!

      • Tja, das wird sich dann zeigen. Wir haben nicht viel große Sachen (keinerlei Schränke, Waschmaschinen oder ähnliches und natürlich keine Küche). Alles ist bereits in Kartons und wir sind EG. Aber interessant wird das schon.

  2. Ha, diesen „Gefühlssachen“ Scheiß hab ich früher auch total geliebt. Schrecklich, schrecklich ;-D

    Und die Büche hab ich zu meinem großen Ärger auch weggegeben. Leider weiß ich die Titel nicht mehr, würde die Cover und die Inhaltsangaben aber jederzeit wiedererkennen, wenn sie mir mal auf dem Flohmarkt gegenüber stehen 😀

    • Da gab es noch so Sachen wie „Einen Lehrer liebt man nicht“ und natürlich „Ohne Dich kann ich nicht leben“! Und die Cover sind unverwechselbar. Aber sowas von!

  3. Pingback: Da hab ich mich fast schon geschämt | Unsere kleine Regenbogenfamilie

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