Juchei Achterbahn!

Hoch und wieder runter. Noch weiter runter und wieder hoch. Kurz Luft holen und hoch, runter, hoch, runter und so weiter und so fort.

Diese permanente emotionale Achterbahn ist auf Dauer recht anstrengend. Sehr anstrengend sogar. Von mir aus kann jetzt gerne schon Dezember sein, mit diesem ganzen Tohuwabohu hinter uns und dem Leben wieder mehr in geregelten Bahnen. Ja, wir wollten es und nein, ich beschwere mich nicht. Oder nur ein minikleines bißchen. Aber ich habe im Moment das Gefühl, dass mit jedem Tag der vergeht, das Chaos größer und diese ganze Überseeumzieherei überwältigender wird. Ja, ich wußte das im Voraus und hinterher werde ich sicher milde über meinen geistigen Ausnahmezustand lächeln, aber im Moment ist es einfach zu viel. Ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen und dass ich morgens vollständig angekleidet und gewaschen das Haus verlasse und meinen Weg zur Arbeit finde, grenzt schon an ein Wunder. So habe ich mich das letzte Mal gefühlt, als ich ein Neulings-Au-Pair war, mitten im Kulturschock steckte und von all dem Neuen völlig überwältigt war. Da war ich ähnlich kopflos wie ich es jetzt bin.

Ab Montag habe ich Urlaub und das Wochenende wird zum Hardcore-Packen verwendet. Will heißen, alles was mitgenommen wird, wird verpackt und am Dienstag morgen in den Container geschmissen. Das wird wie Tetris spielen in echt. Mit der Gefahr, dass alles hin ist, wenn es am Bestimmungsort ankommt, weil wir falsch gepackt haben und auf hoher See alles durcheinander gewürfelt wurde. Es ist erstaunlich wie viel Kleinkram und wie wenig große Sachen wir haben. Mitkommen: 4 Kommoden, 2 Bücherregale, die Regale für das Spielzeug, das Sofa, der CD-Schrank, der Schreibtisch, 1 Tisch (oder auch zwei, da muss ich nochmal meinen Papa fragen, ob er sich vom zweiten Tisch trennt), unser Bett, ein Wohnzimmertisch, die Korbwiege kommt mit (immerhin sind wir uns immer noch nicht sicher, dass die Kinderkriegerei vorbei ist oder eher wir sind uns relativ sicher, dass sie es noch nicht ist), eventuell das TV-Schränkchen und das war’s eigentlich auch schon mit großen Sachen. Keine Kleiderschränke, keine Küchenschränke, keine Waschmaschine, kein Trockner, keine Stühle (die sind eh hin), keine Kinderbetten und dooferweise auch keine Elektrogeräte, weil weder die Stecker noch die Stromspannung passen. Dem Gefühl nach haben wir etwa 200 Kisten Bücher, 600 Kisten Kinderklamotten und 500 Kisten Kinderspielzeug. Stimmt natürlich so nicht ganz, aber es fühlt sich halt so an. Am Dienstag Nachmittag ist der ganze Spuk dann rum und die Wohnung leer.

Am 1. verlässt mich meine Familie und ich werde mutterseelenalleine hier zurückbleiben. Ich kann nicht behaupten, dass mich das freut. Kein Stück um ehrlich zu sein. Leider haben wir auch noch keine genaues Datum, wann ich denn nachkommen werde, denn das hängt davon ab, wann ich meine Auftenhaltsgenehmigung bekomme, was wiederum davon abhängt wie schnell die Damen und Herren bei der Visastelle in Wien arbeiten. Und ganz ehrlich, diese Warterei habe ich sowas von satt. Wir warten jetzt seit März. Klar sind wir seitdem durch einige Stufen durch, aber trotzdem, warten ist einfach kacke, weil man da selbst nichts beschleunigen oder ändern kann. Außer Dasitzen Däumchen drehen und warten. Und das nervt. Und hilft bei dieser permanenten Achterbahnfahrt kein Stück weiter.

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