Der Ernst des Lebens

oder so ähnlich. Wobei ich nicht finde, dass das ein sehr treffender Ausdruck ist. Jeder weiß, dass mit dem Ernst des Lebens der Eintritt in die Schule gemeint ist. Nur kann ich dem nicht zustimmen. Der eigentliche, wirkliche Ernst des Lebens beginnt meiner Ansicht nach erst nach Beendigung der Schule, wenn man auf einmal festlegen soll, womit man seine Brötchen verdient und seine Tage sinnvoll füllt. Die Schule empfand ich immer eher als nette Veranstaltung wo man seine Freunde treffen konnte. Liegt vermutlich aber daran, dass ich nie sonderlich viel lernen musste und die ganze Veranstaltung eher zum lockeren Zeitvertreib da war.

Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich sagen wollte: Mein Sohn ist ein Schulkind! Seit Dienstag. Waahhhh! Im Ernst jetzt? Wann ist das denn passiert?

Die Woche vor Schulbeginn ging Cerah mit ihm bereits zur Schule, um ihn dort vorzustellen, die Lehrer kennenzulernen – leider war nur eine Lehrerin da – und sich die Räumlichkeiten anzuschauen. Es gibt in dieser Schule zwei erste Klassen, die Schule – eine katholische – ist eine der besseren mit einer langen Warteliste, es sei denn, man wohnt in der direkten Nachbarschaft. Cerah hat unser Haus übrigens danach ausgesucht, denn nur so konnten wir sicherstellen, dass er auch dorthin gehen kann.

Als es Dienstag Morgen dann losging, war Dude wahnsinnig aufgeregt und sehr happy endlich in die Schule gehen zu können. In der Schule war die Hölle los, weil jedes Kind zum ersten Schultag scheinbar mit Mama, Papa, Hund und Katze dort auflief. Für Dude war das natürlich alles schon in den ersten fünf Minuten zu viel. Zwei Millionen Menschen, neues Gebäude, neue Kinder, neues alles. Nichts für ihn. Dann hieß es, sich aufstellen und mit der Lehrerin und ohne Mommy in den Schultag starten. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits kurz vor einer Panikattacke und es fiel Cerah unheimlich schwer ihn so seinem Schicksal zu überlassen.

Wir beiden Mamas saßen den ganzen Tag wie auf Kohlen, immer mit der Befürchtung, dass die Schule gleich anruft, weil Dude untröstlich ist und nur weint. Passierte aber nicht.

Um halb vier stand Cerah voll gespannter Erwartung vor dem Klassenzimmer, bereit einen verstörten und unglücklichen Dude in Empfang zu nehmen. Und was war? Ein stolzer Dude kam zur Tür heraus, strahlte über das ganze Gesicht und sagte, es wäre super gewesen. Uns sind tonnenweise Steine vom Herzen gefallen. Die Klassenlehrerin hat wohl gemerkt, dass er kurz vor dem Abgrund stand und hat ihn zum ihrem „special helper“ ernannt. Er durfte dann Türen aufhalten und Sachen austeilen und hat eben kleine Aufgaben bekommen. Genau das richtige für ihn. Im Helfen ist er sowieso große Klasse und genau das hat er gebraucht.

Am nächsten Tag war er bereits um 6 Uhr wach, weil er unbedingt wieder in die Schule wollte. Und heute genauso. Bisher gefällt es ihm ganz, ganz super und ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr mich das erleichtert. Klar werden irgendwann Zeiten kommen, wo er nicht gerne zur Schule geht, aber ein guter Start ist Gold wert. Yay für Dude!

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5 Gedanken zu “Der Ernst des Lebens

  1. Alles Gute für Dude! Ich kann mich deinen Worten nur anschließen: „Der Start ist das A und O!“ Wir haben seit gestern 2 Schulkinder im Haus und auch hier wird die Schule heiß und innig geliebt, nur mit dem Aufstehen sind sie nicht so groß dabei wie euer Schulkind.
    Gibt’s schon Neuigkeiten, wann du folgen kannst? Wir dachten, du bist schon längst da, schließlich ist September und Einschulung…

  2. Oh, das sind ja tolle Neuigkeiten. Freut mich sehr für Dude und euch! Und noch mehr freu ich mich für euch, wenn Du dann ganz bald auch dort bist und alles vor Ort mitbekommen kannst. Das wird bestimmt ein super Wiedersehen!

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