die wissenschaft von der temperaturmessung

1,8 Grad im Kühlschrank – brrrr –

Seitdem ich hier bin und es kälter wird, bin ich zum besessenen Temperaturmesser mutiert. Das fängt damit an, dass es hier nicht in jedem Zimmer Heizkörper gibt oder besser: es gibt überhaupt keine Heizkörper. Das heißt es gibt einen Thermostat im Haus, der die Temperatur anzeigt, im Sommer wärmt und im Winter kühlt. Unser Thermometer ist so eingestellt, dass die Raumtemperatur 22 Grad beträgt. Angeblich. Mir ist trotzdem kalt und angefühlt hat sich das definitiv nicht wie 22 Grad. Also kam mein Radiowecker mit Temperaturanzeige zum Einsatz. Die 22 Grad, die es im Haus angeblich hat, entpuppten sich dann als 20 Grad im Wohnzimmer, wo auch der Thermostat ist, 19 Grad im Schlafzimmer, und kuschelige 18 Grad in Badezimmer und im Fernseh-/Spielzimmer unten. Das Problem mit dem Heizen ist die absolut miserable Isolierung. Im Keller (also Fernseh-/Spielzimmer) gibt es scheinbar gar keine, da unten ist es immer so dermaßen kalt, es ist ekelhaft. Die Schlafzimmer und das Bad oben sind ebenfalls kalt, nicht ganz so eisig wie im Keller, aber nur minimal besser. Liegt daran, dass die Decke zum Dachboden vermutlich ebenfalls nicht oder nur sehr unzureichend isoliert ist und die ganze Wärme abhaut. Angenehm ist es eigentlich nur im Erdgeschoss, wo Küche, Wohn- und Esszimmer sind. Es ist mir ein Rätsel wie man in einem kalten Land wohnen kann und trotzdem nicht vernünftig isoliert. Von den Fenstern will ich gar nicht erst anfangen. Das Haus ist aus den 80igern und wurde seitdem wohl auch nicht renoviert bzw. dem Stand der Technik angepasst. Kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen, aber unsere Vermieter, die die letzten 16 Jahre hier gewohnt haben, haben wohl die Notwendigkeit einer solchen Investition nicht gesehen. Ich finde es auf jeden Fall eine unheimliche Verschwendung und Geld kostet das alles schließlich auch. Aber was soll’s. Frieren mag ich auch nicht, also ziehe ich halt zwei Paar Hosen, Socken und Pullis an und packe mich in eine Decke. Ändern kann ich’s eh nicht.

Das andere, was unglaublich kalt ist, ist der Kühlschrank. Ich hatte mich neulich schon mal gewundert wieso die Eiswürfel, die ich abends in den Saftkrug schmeiße, morgens noch genauso unverändert rumschwimmen. Theoretisch sollten diese nämlich schmelzen – auch im Kühlschrank. Und da ich ja meinen neuerworbenen Temperaturfetisch pflegen will, habe ich meinen Temperaturwecker in den Kühlschrank gestellt. Der Sache muss man schließlich auf den Grund gehen. Ergebnis der wissenschaftlichen Temperaturuntersuchung: 1,8 Grad; morgens früh – nachdem die ganze Nacht die Türe zu war – sogar 0,8 Grad. Kein Wunder, dass die Eiswürfel da nicht schmelzen. Blöderweise ist das schon die zweitwärmste Einstellung. Also entweder ist der Regler kaputt oder eine Stufe ist nur ein halbes Grad oder etwas ähnlich abstruses. Würde mich jetzt auch nicht wirklich wundern, da sowieso überall Eiswürfel reingeworfen werden und Getränke mit Raumtemperatur absolut ungenießbar sind – viel zu warm. Das Positive am arktischen Kühlschrank: sämtliche Lebensmittel halten quasi ewig, weil es bei knapp über 0 Grad für die Bakterien zu kalt ist eine ordentliche Schimmelparty so feiern. Und man gewöhnt sich an alles, auch an Getränke, die knapp am Gefrierpunkt vorbeischrammen.

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2 Gedanken zu “die wissenschaft von der temperaturmessung

  1. Hihi, für was so ein Wecker nicht alles gut ist! 🙂 Aber obwohl unsere Wohnung sicher einigermaßen gut isoliert ist, haben wir auch das Problem mit dem Fühler im WoZi und den kalten restlichen Zimmern. Das Prinzip muß ich wohl nicht verstehen. Ich hätte gerne eine dezentral geregelte Heizung! Dann kann ich es im Bad ordentlich muckelig machen!

    • Völlig bescheuert. Wenn schon nicht jedes Zimmern einzeln, dann doch bitte wenigstens jede Etage. Aber so wissen wir schon, was uns in Zukunft wichtig sein wird. Man lernt ja schließlich.

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