Von wegen Apfel und Baum und so

Sohnemann lernt ja in der Schule Französisch. Am Anfang fand er das ganz, ganz furchtbar und brach im Unterricht in Tränen aus. Das legte sich zum Glück nach den ersten paar Wochen und er hat sich in sein Schicksal gefügt. Gerne macht er es zwar immer noch nicht, aber wenigstens gibt es keine Tränen mehr. Diese Woche Donnerstag gab es den allerersten angekündigten Test. Wir Eltern mussten einen Zettel unterschreiben, dass wir wisssen, dass er (und die ganze Klasse) diesen Test machen wird und dass wir damit einverstanden sind.

Der Französischunterricht hier gestaltet sich etwas anders als ich das von unserer Grundschule bzw. dem Gymnasium her kenne. Da ich keine fünf Minuten von der französischen Grenze weg aufgewachsen bin und eine Grundschullehrerin hatte, die sehr frankophil war, gab es für mich von der zweiten bis zur vierten Klasse Französisch. Später ging es dann in Klasse 7 bis 12 weiter (danach habe ich es abgewählt, weil ich keinen Bock mehr hatte), und danach nochmal zwei Jahre Wirtschaftsfranzösisch in der Ausbildung. Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich sagen wollte, hier wird Französisch von Anfang an so gelernt, dass ein bzw. später mehrere Fächer einfach auf Französisch unterrichtet werden. Im Falle von Dude ist es Sozialkunde bzw. das was bei uns in den 80ern in der Grundschule Heimat- und Sachkunde genannt wurde. Im Moment wird im Unterricht die Nachbarschaft bzw. Umgebung behandlet, was da alles gibt, was man im Leben so braucht (Krankenhaus, Feuerwehr, Schule etc.) und was die Menschen die dort arbeiten so machen und wie sie heißen. Ein Thema im Unterricht war auch: Was willst du werden, wenn du groß bist? Die Antwort von Dude lautet seit Jahren gleichbleibend: Legodesigner! Also haben wir das bei den Hausaufgaben hingeschrieben. Seine Französischlehrerin hat meine Antwort dann korrigiert (designateur de Lego anstatt designer de Lego), die zwar meiner Ansicht nach richtig war, aber die Kanadier sehen das scheinbar anders oder es war einfach wirklich falsch.

Im Test kam dann unter anderem auch genau diese Frage vor und die Kinder sollten schreiben, was sie später mal werden wollen. Sohnemann sah die Frage und kam zur Überzeugung, dass Legodesigner viel zu schwer zum schreiben ist. Und weil er wohl irgendwie mit mir verwandt ist, schrieb er einfach „pompier“ (Feuerwehrmann), denn da weiß er was es ist und wie man es schreibt. Das beste war der Kommentar, den er dazu abgab: „Also hab ich pompier geschrieben, das ist einfacher. Ich weiß nicht, wie man Legodesigner schreibt. ABER in Echt werde ich natürlich Legodesigner, das ist ja wohl klar!“ Ich musste so lachen. Die Antwort hätte von mir sein können. Wenigstens weiß er sich zu helfen und ist nicht auf den Kopf gefallen. Wenn man es ganz eng sieht, ist das natürlich geschummelt, aber wird sind da etwas großzügiger und hoffentlich sieht das sein Lehrerin genauso.

Advertisements

2 Gedanken zu “Von wegen Apfel und Baum und so

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s