ÖPNV in O-Town – Der Anfang

Nordamerika ist ja generell nicht so berühmt für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) und auch die kanadische Landeshauptstadt, O-Town genannt, hat meiner Ansicht nach sehr viel Nachholbedarf in dieser Hinsicht. Und ein Abenteuer ist diese Busfahrerei hier vielleicht – da macht man sich keinen Begriff von!

Ich fing vor ein paar wenigen Wochen an zu arbeiten – in downtown O-Town, wo es keine Parkplätze gibt bzw. nur Tiefgaragen die locker mal 5 Dollar die Stunde kosten. Von da wo ich wohne bis zu meinem Arbeitsplatz sind es 25 km. Ziemlich weit, aber die letzten 5 Jahre bin ich auch nur 2 km weniger gependelt. Dieses Mal habe ich den Vorteil, dass das alles zu O-Town gehört und ich den Bus nehmen kann. Nicht wie zuhause auf dem Land wo ÖPNV leider ausscheidet, da ich keine 2 Stunden pro Weg in Bus und Bahn verbringen will. Ich fand es schon sehr positiv, dass es die Möglichkeit NICHT mit dem eigenen Auto zu fahren überhaupt gibt.

Und dann ging es los: Wo bekomme ich eine Fahrkarte her? Wo ist eine Bushaltestelle? Wann fährt der Bus überhaupt? Wäre jetzt in good old Germany absolut kein Problem: Gehste halt zum Bahhof und da bekommste alles. Hier gestaltet sich das alles etwas umständlicher. Ich wollte mir eine Monatskarte kaufen. Was ein Drama. Kaufen kann man die in ausgewählten Supermärkten, im Drogeriemarkt und in der kanadischen Version des aus den Simpsons bekannten Kwik-E-Marktes. So weit so gut. Was ich nicht wußte: Monatskarten kann man nur am Monatsanfang drei Tage vor dem 1. des Monats und 2 Tage danach kaufen. Nicht auf Vorrat und nicht in der Mitte des Monats. Gültig sind die nur für den jeweiligen Monat und das wars. Absolut unflexibel und unattraktiv.

purple bus tickets

Nein, das ist nicht meine Hand…

Gut, ich fing Mitte des Monats an also musste ich für jeden Tag einzelne Fahrkarten kaufen. Und da geht es schon weiter: Für den Expressbus brauche ich pro Strecke 3 Tickets. Entbehrt jeglicher Logik, aber wenn’s so ist, dann ist es halt so. Also habe ich für 8 Tage 2 mal 6 Tickets gekauft. Lila Tickets, die aussehen wie von einem design-geilen Teenie im Comic-Stil entworfen. So richtig ernst nehmen konnte ich die Dinger nicht, aber wenigstens konnte ich damit Busfahren.

Ein paar Tage vor Monatsbeginn ging ich dann nochmals zum Drogeriemarkt um mir endlich eine Monatskarte zu kaufen. Natürlich war ich viiiiielll zu früh dran, war ja auch erst der 24. Februar und die Verkäuferin musste extra den Manager rufen, der dann eine einzelne Monatskarte aus dem Tresor holte und nach vorne an die Kasse brachte. Aber immerhin: Ich war stolzer Besitzer einer Monatskarte, die mit 120 Dollar (etwa 90 Euro) auch völlig im Rahmen liegt.

Was ich nicht wußte – wie so vieles anderes auch nicht – man muss auf der Monatskarte die Nummer seines ÖPNV-Lichtbild-Ausweises eintragen. Wie nett, dass ich sowas natürlich nicht hatte. Bekommen kann man sowas an einer Handvoll Orten in O-Town, die natürlich alle meilenweit auseinander liegen. Zu meinem Glück gibt es auch eine Verkaufsstelle in Downtown, die etwa 15 Gehminuten von meinem Arbeitsplatz entfernt in der Mall liegt. Also eine Mittagspause geopfert und durch die Kälte gestapft, um ein idiotisches Bild von mir machen zu lassen, damit ich meine Monatskarte auch benutzen kann. Wenigstens kostete das nichts.

Aber ganz ehrlich – arg viel umständlicher geht’s wirklich nimmer.

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