Ausschlafen mit Kindern

Jeder der Kinder hat wird schon nach Lesen der Überschrift in hysterisches Gelächter ausbrechen. So auch ich.

Protokoll eines Samstagmorgens

5.25 Uhr Tiefschlaf. Bis ich das Getrippel von kleinen Füßen höre, die sich meinem Bett nähern. Heißt für mich, in die Mitte des Bettes rutschen (zum Glück haben wir eine einzige große Matratze und nicht zwei kleinere, wie in einem deutschen Bett) und hoffen, dass die kleine Person auch tatsächlich wieder einschläft und nicht anfängt, mir im Gesicht rumzupatschen oder auf mich drauf zu springen.

5.27 Uhr Noch mehr barfüßige Schritte auf dem Parkett. Die größeren kleinen Füße wurden wohl von der kleinen Schwester aufgeweckt. Da Mommy Cerah nicht da ist, nutzt Sohnemann die Gunst der Stunde und schlüpf auf der anderen Seite ins Bett.

5.29 Uhr Beide Kinder haben offensichtlich das Bedürfnis nach Körperkontakt und quetschen sich von beiden Seiten an mich. Dabei haben wir ein kingsize Bett, was 2 Meter breit ist, es wäre also genug Platz auch ohne mich zu bedrängen.

5.30 Uhr Stille. Ich schlafe wieder ein. War eh nie richtig wach.

5.31 Uhr Die kleine Schwester merkt, dass der große Bruder auch im Bett ist und macht Anstalten über mich drüber zu krabbeln um mit ihm zu spielen.

5.31 Uhr und 10 Sekunden Sofortiges Unterbinden des Klettermanövers. Ich will schlafen verdammt nochmal! Hier wird nicht gespielt!!!!

5.32 Uhr Der Tornado zu meiner Linken fängt an zu rotieren. Zwei Sekunden später macht es der Tornado zu meiner Rechten genauso.

5.32 bis 5.58 Uhr Ich ignoriere das muntere Treiben um mich rum. Hatte ich schon erwähnt, dass ich schlafen will????

5.59 Uhr Mir reicht es! Sohnemann wird darauf hingewiesen, dass er gefälligst nach unten gehen solle, wenn er nicht mehr schlafen kann. Ich bin müde und wünsche nicht, dass diverse Eisklumpenfüße an meinem warmen Bauch aufgewärmt werden.

6.01 Uhr Ruhe. Endlich. Tochterkind scheint sich auch endlich wieder auf dem Weg ins Traumland zu befinden.

6.05 Uhr Zwei kleine Hände wuscheln durch meine Haare mit der Mission mein Gesicht zu finden.

6.06 Uhr Mission erfolgreich! Gesicht gefunden. Finger werden in diverse Öffnungen in Mamas Gesicht gesteckt.

6.07 Uhr Mama hat endgültig die Schnauze voll und verlässt grummelnd und fluchend das Bett.

– – – – – –

6.17 Uhr Besagte Mama hat geschlagene 10 Minuten gebraucht, um den Gedanken „Dusche. Ich muss aufwachen!“  in die Tat umzusetzen. Ich erwähne jetzt mal nicht, dass wir eine Verbindungstür vom Schlafzimmer ins Bad haben und der Weg wirklich minimal ist.

6.18 Uhr Endlich unter der Dusche. Die Tür zum Schlafzimmer geht wieder auf, es wird kalt und der blöde Duschvorhang klebt an meinen Beinen. Argh!

6.19 Uhr Herzinfarkt! Meine überaus musikalischen Kinder machen Krach. Richtig viel Krach. Sohnemann hat wohl die Dusche gehört und ist wieder nach oben gekommen. Ein Kind haut voller Begeisterung auf dem Schlagzeug im Schlafzimmer rum, das andere bearbeitet die Klanghölzer, die irgendwie ihren Weg ins Badezimmer gefunden haben. Oh Mann!

6.30 Uhr KAFFEE!!!!!!

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10 Gedanken zu “Ausschlafen mit Kindern

  1. Meine Mädchen und ich haben uns köstlich amüsiert, bei uns ist es nicht anders, es erinnert an unseren heutigen Morgen, der sehr sehr ähnlich war…bei uns war es ein Klavier und eine Flöte!

  2. Bis auf das Schlagzeug und die frühe Dusche, kenn ich das. Aber zum Glück nur mit einem Kind 😉 Aber dieses rumoren bevor sie endgültig wach sind… *nerv*
    WIr wandern dann erstmal zu zweit auf die Couch. Vorher noch schnell die Katze füttern und einen Kaffee drücken und dann wird entweder noch ein bißchen von meiner Seite/ meiner besseren Hälfte gedöst und der Sohnemann schaut fern oder bearbeitet den Computer/iPad/iPhone. Und dann kommt das Nervigste: „Schau mal Mami, der macht wieder das und das und das bla und blub und plapper….“
    Hach Kinder haben ist das Schönste auf der Welt 😀

  3. Ich hab den Beitrag gerade noch mal gelesen weil er so schön ist. 🙂 (und auch gleich auf Facebook verteilt)

    Am Meisten musste ich ja über die „Finger in den diversen Öffnungen im Gesicht“ lachen. Ich HASSE Finger in der Nase. Ohren sind ganz okay, aber Nase – no go.

  4. Kann ich alles nicht bestätigen. Wir können alle gerne lange schlafen. Das kollidiert aber wiederrum mit der deutschen Soziokultur der permanenten Frühaufsteher. Oh ich bedauere unsere beiden jetzt schon, weil ihnen das gleich bevor stehen wird, wie mir. Und ich freue mich schon wie wild auf die bald wieder bevorstehende Sommerzeit. Jetlag für 2 Monate oder so. Mal sehen, wie die Kleine das jetzt wegstecken wird, da sie jetzt im KiGa auch früher raus muss.

    • Da befinden wir uns dagegen in der glücklichen Lage, dass die Schule hier erst um 9.15 Uhr anfängt. Ich finde das um Welten besser als 7.30 Uhr. Und das schöne ist, dass sie unter der Woche, wo ich aufstehen muss, auch gerne mal lange schlafen, was mir nur gar nichts bringt, weil ich ja trotzdem raus muss.

      • Ja, genau so ist es immer. Wenn es den Eltern nichts bringt, machen es die Kleinen trotzdem. Ein Traum 9.15 Uhr. Wie soll ich denn jetzt noch neutral unserem Schulbeginn entgegen sehen. ;o(

  5. Ich kann da (leider?) auch nicht mitfühlen – meine (jetzt schon erwachsenen) Kinder haben immer lange geschlafen… Wir hatten eher das Problem sie früh wach zu kriegen!

    Grüsslis aus dem Saarland und Frohe Ostern
    Susanne

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