Grund zum Feiern

Ich weiss nicht in wie weit ich meine Arbeitssituation hier schon erwähnt hatte. Ich war ja in der glücklichen Situation gleich im Anschluss an meine Arbeitserlaubnis auch tatsächlich einen Job zu finden. Zwar nur als Schwangerschafts/Mutterschaftsvertretung, aber immerhin ein Vertrag bis nächstes Jahr im April. Ich habe mich von Anfang da wohlgefühlt, habe tolle Kollegen und zwei super Chefinnen fuer die ich arbeite. Also alles wunderbar  bis eben auf die Tatsache, dass ich nicht ‚richtig‘ angestellt war. Ich habe aber immer nur sehr gutes feedback erhalten und scheinbar waren alle mit mir zufrieden. So sehr zufrieden, dass ich am Donnerstag einen Anruf von einer der Damen aus Toronto bekam, die fuer mich zuständig ist. Meine beiden Chefinnen waeren so begeistert von mir und alles liefe so super, dass man mich gerne ab dem 1. Juli fest übernehmen wolle. Juhu! Dazu gibt es noch ein bisschen eine Lohnerhöhung und all die Dinge, die ich vorher nicht hatte, naemlich Benefits. Will heissen, dass mein befristeter Arbeitsvertrag eigentlich nur beinhaltet, dass ich dort arbeiten kann und Geld dafür bekommen, wenn ich da bin – kein Urlaub, keine Krankentage (wenn ich krank zuhause bleiben muss, gibt es eben kein Geld), keine zusätzliches Gesundheitspaket (alle Medikamente muessen selbst bezahlt werde, Zahn- und Augenärzte ebenfalls alles selbst zahlen und eben nur die staatliche Grundversorgung), keine Rentenvorsorge, eben keine Benefits. Ab 1. Juli habe ich das dann alles. Und zusätzlich dazu die Gewissheit, dass ich da bleiben kann, wo ich bin. Meine beiden Chefinnen haben mich nämlich nur unter der Bedingung eingestellt, dass ich ihnen zugeteilt bleibe, auch wenn die Dame, die ich vertrete aus dem Erziehungsurlaub zurückkommt. Wenn das nicht ein riesengroßes, fettes Kompliment ist, weiss ich auch nicht. Ich freue mich auf jeden Fall sehr!

Meine ersten beiden Entlassungen in 4 Monaten habe ich auch schon hinter mir. Etwas schockierend, wenn man sowas noch nie erlebt hat. Jemand erscheint morgens ganz normal zur Arbeit, wird dann zu einem Meeting mit Chef und einer Dame von der Personalabteilung einbestellt und kommt nicht wieder zurück. Die Assistentin von der Personalerin kommt vorbei, sammelt die Handtasche der gefeuerten Person ein, die in das Meeting gebracht wird und das war’s. Eine Stunde später kommt dann die E-Mail, dass soundso die Firma verlassen hat. Hoert sich recht harmlos an, ist aber ziemlich krass, wenn man mit besagter Person befreundet ist und diese einem am Anfang so gut wie alles erklärt und gezeigt hat. Da habe ich schon eine Weile daran zu knabbern gehabt. Aber so ist das eben mit ‚hire and fire‘. So schnell wie man drinne ist, steht man auch wieder vor der Tuere, wenn man keine Leistung bringt. Was ein Glück, dass die deutsche Tüchtigkeit so geschätzt ist und ich auch keine Angst vor Arbeit habe.

Uebrigens auch ein Grund, warum es hier so still geworden ist. Frueher hatte ich durchaus mal ein halbes Stündchen hier und da, um einen Beitrag zu verfassen. Heute bin ich den ganzen Tag so ausgelastet, dass ich wirklich jede Minute nutze, um die Dinge zu erledigen, die ich zu erledigen habe. Was mir ehrlich gesagt auch lieber ist. Nichts schlimmeres als sich 8 Stunden am Tag auf der Arbeit zu langweilen. Und Langeweile gibt es im Moment in meinem Job absolut nicht. Vielleicht im Sommer, wenn die meisten im Urlaub sind, aber im Moment laeuft noch alles auf Hochtouren.

Das andere sehr positive an meinem festen Arbeitsvertrag ist, dass ich jetzt auch Urlaub habe. Fuer kanadische Verhältnisse sogar recht viel, nämlich drei Wochen pro Jahr. Das allerbeste daran, ich kann ein paar Tage freinehmen, wenn uns meine Eltern im August besuchen kommen. Das heisst ich bekomme sie mehr zu sehen, als nur die paar Stunden Abends, wenn ich von der Arbeit nachhause komme.

Hab ich schon erwähnt, dass ich mir ein Loch in den Bauch freue??? 🙂

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5 Gedanken zu “Grund zum Feiern

  1. Herzlichen Glückwunsch!
    Aber wenn ich das so lese… drei Wochen Urlaub und bei Kurzanstellung keine „Sonder“leistungen, dann will ich echt nicht auswandern. In Deutschland haben wir’s echt gut! 😀

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