Die Einstellung zum Geld

Das ist sowas, was ich immer wieder nur mit Kopfschuetteln quitieren kann.

Ich hatte es neulich mit meiner Kollegin davon, dass ich nun endlich stolzer Besitzer einer Kreditkarte bin. Wenn man als Immigrant hier landet, ist es naemlich so, dass man null Kreditwuerdigkeit hat. Eigentlich logisch, wissen die hier doch nichts von einem. Das wirkt sich dann so aus, dass man sein Konto nicht ueberziehen kann, taeglich nur soundso viel Geld abheben und auch nur bis zu einem bestimmten Betrag mit dem Equivalent zur EC-Karte, heisst hier Interac, bezahlen kann. Denkt man da mal nicht dran und gibt unbeabsichtigt mehr aus als man darf – obwohl man das Geld auf dem Konto hat – kann das sehr peinlich werden, weil die Karte dann streikt. Alles schon vorgekommen.

Auf jeden Fall habe ich nun endlich wieder eine Kreditkarte, wenn auch nur mit dem Verfuegungsrahmen von 200 Dollar, aber immerhin. Die Kreditkarte ist aus zwei Gruenden fuer mich sehr wichtig: 1. Wenn ich meine Kreditwuerdigkeit hier aufbauen will, fuehrt kein Weg daran vorbei, dass ich regelmaessig Einkaeufe damit taetige und dann ebenso regelmaessig und puenktlich diese abbezahlen. 2. Ich kann hier alles mit Kreditkarte bezahlen. Alles. Es gibt Menschen, die empoert sind, wenn der Parkautomat keine Kreditkarte annimmt (hab ich bisher nur ein einziges Mal gesehen, dass der keine Kreditkarte nimmt), und ich kann auch meine Packung Kaugummi mit Kreditkarte zahlen. Viele Sachen, wie z.B. Zeltplaetze, Hotels, Fluege und aehnliches kann ich nur mit Kreditkarte reservieren.

Ich war also sehr happy ueber meine neue Errungenschaft und habe meine Freude mit meiner Kollegin geteilt. Bei dieser Gelegenheit musste ich sie dann auch gleich darauf hinweisen, dass falls sie es jemals nach Europa schafft – sehr unwahrscheinlich, aber was soll’s – sie sich gleich darauf einstellen kann, dass man mit einer Kreditkarte nicht sonderlich weit kommt. Schon mal versucht beim Edeka den Kaugummi mit Kreditkarte zu bezahlen? Sie schaute mich nur mit ganz grossen Augen an und meinte dann: Und was macht man dann, wenn man kein Geld mehr hat? Meine Antwort: Man hoert auf Geld auszugeben. Ganz einfach. Ein Konzept, was hier nicht sehr verbreitet ist. Was dann auch die ungeheure Ueberschuldung erklaert.

Was meiner Ansicht nach auch nicht wirklich hilfreich ist, ist die Tatsache, dass man alle zwei Wochen und nicht nur einmal pro Monat Gehalt bekommt. Ich finde es sehr schwer, damit zu planen. Keine Ahnung ob das an mir liegt, aber mir liegt das auf jeden Fall nicht.

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2 Gedanken zu “Die Einstellung zum Geld

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