Verpasst

Und auf dem Weg nachhause, während ich da gelangweilt im Bus saß, der übrigens ganz fürchterlich nach Aschenbecher roch, fiel es mir auf einmal auf: Ich habe mein zweijähriges Kanada-Jubiläum verpasst. Nicht das, an dem ich aus dem Flieger ausgestiegen (das war der 18. September falls es jemanden interessiert), sondern das, an dem ich mit meinen Papieren an die US-amerikanische Grenze fahren bin, um offiziell einzureisen und ein Permanent Resident (jemand mit einer unbeschränkten Aufenthaltserlaubnis) zu werden. Das war nämlich gestern vor zwei Jahren, am 14. Januar 2013. Fühlt sich an wie gestern und gleichzeitig wie aus einem anderen Leben. Schon merkwürdig wie schnell man vergisst und vor allem wie schnell die Zeit vergeht. Und wie lange wir auf diese dämlichen Papiere gewartet haben und die wollten und wollten einfach nicht kommen. Frustrierend war das, hat mich an der Entscheidung hierher zu ziehen zweifeln lassen.

Aber seitdem, seitdem ging eigentlich alles fast schon ein wenig zu glatt. Wobei, so ganz stimmt das nicht, es liefen schon so ein paar Sachen schief (ich denke da zum Beispiel an das wegen Schneesturm komplett verpasste Bewerbungsgespräch), aber irgendwie hat alles im Endeffekt doch hingehauen. Da ich so ein bisschen sehr abergläubisch bin, hoffe ich jetzt mal, dass sich das nicht ändern wird, nur weil ich das hier so lapidar hingeschrieben habe.

Zwei Jahre später und es ist kaum zu glauben, was wir in diesen zwei Jahren alles erreicht haben (das erinnert mich jetzt so ein bisschen an die Sparkassen Werbung aus den 90ern):

ein Auto (alt, verrostet, unzuverlässig und kurz vor dem abkratzen),

einen guten Job mit den besten Kollegen, die ich jemals hatte,

ein kleines renovierungsbedürftiges Wohnwägelchen in Premiumlage am See,

und

ein wunderhübsches Haus!

Das Boot ist auch schon geplant, kommt dann in ein paar Jahren wenn das Wohnwägelchen am See fertig renoviert ist und wir ein Dock haben, wo wir das Boot dran festmachen können. Ach ja, im Lotto gewinnen ist auch schon in der Planung.

Nee, aber ernsthaft, trotz der Eiseskälte (vorgestern hatten wir mal wieder kuschelige -30 Grad), geht es uns hier wirklich gut. Ich hatte neulich einen Traum, in dem Cerah mich nach Deutschland geschickt hat und mir dann dort eröffnet hat, dass wir nicht mehr zurück gehen, sondern in Deutschland bleiben. Ich war in meinem Traum so richtig angepisst, denn das wollte ich einfach nicht. So einen Umzug macht man nur einmal und ich habe nicht vor, in naher Zukunft wieder zurückzuziehen. Besuchen ja, das ist etwas anderes aber nicht auf Dauer. Ich mag nicht nochmal von vorne anfangen, egal wo. Da wo ich jetzt bin, gefällt es mir und hier bleib ich.

Bis es mir zu langweilig wird und ich doch wieder umziehe. Nach Australien vielleicht oder Hongkong… Aber das dauert noch eine Weile.

Fürs erste bleib ich hier und schaue gespannt, was mir die nächsten zwei Jahre noch so bringen werden.

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