The days of the long shadows

Während wir hier immer noch auf den Frühling warten, ist mir heute früh beim morgendlichen Spaziergang entlang sämtlicher Social Media Kanäle dieses wunderschöne Bild untergekommen.

Ganz, ganz selten passiert es mir, dass ich etwas sehe, was sofort zu mir spricht. Aber das hier, das kenne ich!

Als ich ein Teenager war, vor jeglicher Art von Führerschein, bin ich eine Zeit lang mit meiner Freundin auf dem Fahrrad zu einem Baggersee gefahren. Zuerst die Feldwege entlang und dann auf dem Damm eines kleinen Flußes. Une über einen kleinen Schleichweg dann direkt auf die Liegewiese des Baggersees. Der Heimweg im Spätsommer sah ganz genau aus wie auf dem Bild. Lange Schatten der langsam untergehenden Sonne und wir, den Damm entlang radelnd.

Das hatte ich schon ganz vergessen. Ich war seit dem einen Sommer, der mittlerweile weit über 20 Jahre zurück liegt, auch nicht mehr an dem See. Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass es mir doch etwas zu anstrengend war bei über 30 Grad 10 Kilometer weit durch die brütende Hitze zu radeln.

Wie dem auch sei, ich mag das Bild. Sehr. Wer mehr von dem Künstler sehen will, der klicke HIER.

Viel Spaß beim schauen! Es gibt viel zu sehen!

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Frühling? Was fürn Ding?

Bei uns sieht das bisher aus wie auf dem Bild. Unter der Eisschicht sind die ersten zaghaften Spuren unsere Tulpen begraben. Dieses Jahr will der Winter kein Ende nehmen. Ich muss zugeben, dass das den Abschied von Kanada doch ungemein viel einfacher macht. Mitte April einen Eissturm gefolgt von drei Tagen Schnee? Das braucht nun wirklich keiner. Ich schon gar nicht!

Ansonsten sind wir durch mit Hausverkauf und dem ganzen Kram der dazu gehört. Fürs erste auf jeden Fall. Wir haben eine guten Preis dafür bekommen und Übergabe ist dann Mitte Juni.

Meinen Job hab ich dann letzte Woche auf Ende Mai gekündigt. Hach, war das ein schönes Gefühl. Mit ist es da schon seit einiger Zeit langweilig und wenn wir nicht umziehen würden, dann hätte ich nach was anderem Ausschau gehalten.

Der Abschiedsschmerz hält sich so auch in Grenzen, wobei ich genau weiß, dass das noch kommen wird. Wenn der Frühling dann endlich sichtbar kommt und das Leben schöner wird.

Ein Königreich für ein Badezimmer

Viel ist passiert. Wenig Zeit zum Schreiben.

Vor mittlerweile 3 Wochen haben wir im ganzen Haus neue Fußböden bekommen. Im Keller Teppich, im Erdgeschoss PVC-Fliesen für die Küche, den Eingangsbereich und das Gästeklo, im Wohnzimmer Ahornparkett, oben im ersten Stock neuen Teppich für alle drei Schlafzimmer.

Das dauerte die ganze Woche, war extrem dreckig und mit relativ viel Unannehmlichkeiten verbunden, mussten wir doch alle Möbel aus dem Haur räumen, inklusive Betten. Die paar Sachen wie Matratzen und Kommoden, die noch übrig waren, haben wir in die beiden Bäder oben gesteckt, damit die Herren Handwerker arbeiten konnten. War ziemlich scheisse das ganze, aber das Endergebnis war es Wert und hoffentlich wird sich das auch im Verkaufspreis des Hauses bemerkbar machen.

Die Woche danach waren dann Schulferien, die Kinder waren daheim und ich habe mir die Woche auch frei genommen. Aber ich nicht etwa um zu entspannen, neeiiiinnn, wir haben die ganze Woche damit verbracht, das Haus neu zu streichen. Von innen. Mein armer alter Körper war nicht sehr glücklich mit dieser Strapaze und ich möchte bitte in naher Zukunft weder Farbroller noch Farbpinsel sehen.

Gelohnt hat sich auch das, da unser Haus jetzt wie ein Musterhaus aussieht. Gestrichen haben wir das ganz in Immobilienmakler-Grau (Revere Pewter), weil das schön neutral (sprich langweilig) ist und jeder sich seine eigenen Möbel drin vorstellen kann.

Die Woche darauf kam dann unsere Maklerin und hat Möbel, Lampen, Plastikpflanzen, Dekokrust und Bilder mitgebracht. Der letzte Touch kommt dann nächste Woche mit weißen Handtüchern, Duschvorhang, einem weißen Bettüberwurf und was ihr sonst noch so einfällt.

Am Dienstag nach Ostern steht unser Haus dann offiziell zum Verkauf und wir hoffen natürlich dass wir einen guten Preis erzielen, denn so ein Überseeumzug ist verdammt teuer. War es schon als wir nach Kanada gezogen sind, ist auf dem Heimweg leider auch nicht anders. Hier mal zehntausend Dollar, da mal zehntausend Dollar und – ups – dafür müssen wir ja auch noch zahlen, nochmal ein paar tausend. Das geht erschreckend schnell in astronomische Höhen. Deshalb also hoffen wir auf einen möglichst hohen Verkaufspreis, damit wir wenigstens ohne Schulden neu starten können.

Der Immobilienmarkt ist im Moment zum Glück gut, und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

*Der Titel des Blogposts kam übrigens daher, dass von den 4 Badezimmern in diesem Haus nur ein einziges zugänglich war und das für eine ganze Woche. Mit 4 Personen im Haushalt etwas doof, wenn man das so überhaupt nicht gewohnt ist. Unser Kellerbadezimmer (siehe Bild) war unsere Rettung. Normalerweise benutzen wir das überhaupt nicht, aber in der Fußbodenrenovierungswoche (was ein tolles Wort) war es unser ein und alles!

Puscheltier

Das heiß geliebte Puscheltier muss natürlich auch mit. Die Kleine, die nicht wirklich klein ist und zu den Größten in ihrer Klasse gehört, ist ein riesen großer Katzenliebhaber. Alles muss Katzen haben. Auf die Frage, was sie denn gerne zum Geburtstag hätte, war ihre Antwort: Cat stuff! Zu deutsch: Katzensachen! Egal was, Hauptsache es hat mit Katzen zu tun. Da können wir natürlich unser Puscheltier, mit Namen Lily, nicht zurück lassen.

Unsere zukünftigen Übergangsvermieter – von den Kindern Oma und Opa genannt – sind zum Glück flexibel und mittlerweile daran gewöhnt, dass unsere Haustiere bei ihnen einziehen. Zudem kennen Sie das Puscheltier schon von früheren Kanadabesuchen.

Puschelina wird uns nach dem langen Flug zwar hassen, aber besser als zurückgelassen zu werden.

Wir nehmen übrigens an, dass sie eine norwegische Waldkatze ist. Zumindest teilweise. Im Tiergeschäft/Tierheim wurde sie als Kurzhaar verkauft, aber wir finden sie sieht am ehesten nach Waldkatze aus und ist definitiv kein Kurzhaar.

Photo Proof

Meine Küche sieht aus wie ein Secondhandgeschäft.

Wieder einmal verschwinden die gesammelten Werke meines Lebens in Umzugskisten.

Nur dieses Mal packe ich keine Gefühle ein. Ich war mein ganzes Leben all meinen materiellen Dingen immer emotional verbunden. Das abgeranzte Stück Paper konnte ich auf keinen Fall wegwerfen, denn das hab ich damals von dem Cousin der Oma zweiten Grades bekommen und deshalb war es wichtig und bedeutsam.

Das ist weg. Einfach verschwunden. Nur ganz wenige Sachen bedeuten mir tatsächlich noch etwas. Loslassen, glaube ich, nennt man das.

Sachen machen nicht glücklich.

Make Over

Wenn das hier nochmal was werden soll, muss das anders aussehen. Nicht so bunt und AHHHH!!! und aufdringlich.

Da fühl ich mich zu alt für. Oder so ähnlich.

Ich kann mich auch nicht wirklich entscheiden, ob ich nun auf Deutsch schreiben will or if I should just stick to English. Decisions, decisions!

Da ich aber generell schreibe wie mir der Schnabel gewachsen ist, wird es wohl ne bunte Mischung aus unverständlichem Kauderwelsch. Eben so wie es in meinem Hirn auch ist.

Heute aber nun erst mal, weg mit dem zu vielen bunt. Weg mit denen viel zu vielen Infos und Details zu meinem Leben.

Mein Fokus hat sich mittlerweile auch geändert. In der Theorie wäre also auch ein neuer Blogname fällig. Aber fürs erste bleibt der Mal. Wir sind schließlich immer noch eine Regenbogenfamilie auch wenn das schon seit langem mehr als nebensächlich ist. Wichtig war das, als wir uns noch in der Kinderplanungsphase befanden und als wir ganz neu beim Thema Familie dabei waren.

Der Große ist mittlerweile 11 und so groß wie ich, die Kleine ist 7 und neu ist das Thema Familie schon längst nicht mehr.

Schauen wir also mal ob und wie das hier tatsächlich weitergehen wird. Versuchen kann ich es ja mal und ein Anfang ist gemacht.

Englisch mit Belle – Teil 14

So, Jahre später hier mal wieder ein Englisch Beitrag. Da mein Englisch ja mittlerweile doch zufriedenstellend sein sollte, fallen mir so Sachen nur noch selten auf. Aber ab und an gibt es doch noch was, was mich zum schmunzeln bringt.

Es ist Frühling. Neben dem Herbst die Haupterkältungszeit. Demzufolge bedeutet das verstopfte Nasen und den verstärkten Gebrauch der aus Deutschland importierten Nasenspülkanne, die auf englisch übrigens neti pot heißt. Fragt mich nicht wieso, oder was das genau bedeutet, das Ding heißt einfach so. Da häng ich also so mit dem Gesicht über dem Waschbecken im Bad und starre auf die Salzpackung, die neben mir steht, während mir das warme Salzwasser durch die Nebenhöhlen läuft.

Tafelsalz

Tafelsalz

Hab ja sonst nichts besseres zu tun. Ich lese mir genauestens durch was da alles tolles draufsteht, bis ich am Free Running hängen bleibe. Meinem Hirn fällt dazu nichts besseres ein, als mir das tollste Kopfkino mit freilaufenden Salzkörnern auf einer saftigen, grünen Wiese zu bescheren. Glückliches Salz, was laut gackernd über das Gras läuft und hier und da einen Getreidekörnchen aufpickt.

Ähm ja. Erinnert mich stark an Ottos English for Runaways, dem Englisch für Fortgeschrittene. Zu finden auf youtube. Das war in den 80ern, wir erinnern uns, mal unheimlich populär und unheimlich lustig. Ehrlich gesagt, hat sich mir dieser Humor noch nie erschlossen, ist eine andere Generation, aber das ändert nichts daran, dass Otto das Nonplusultra unter den deutschen Komikern war. Gab es da eigentlich noch jemand anderes zu der Zeit? Mein Hirn hat auf jeden Fall ohne mein Zutun astreines Runaway Englisch produziert.

Free running würde ich übrigens mit leicht rieselnd oder etwas derartigem übersetzen. Auf gar keinen Fall mit freilaufend, so passend sich das auch anhört. Die freilaufenden Hühner dagegen sind free range chicken. Nur damit das geklärt ist.

Von Otto habe ich übrigens zuletzt gehört als vor längerer Zeit einer meiner Kollegen hier in Kanada zu mir kam und meinte: Ich muss dich jetzt mal fragen ob du einen deutschen Komiker kennst, der Otto irgendwas mit W heißt? Und natürlich kenne ich den Otto mit W. Mein Kollege kannte den Otto von Freunden, die in Florida leben und bei denen sie zu Besuch waren. Die haben da nämlich einen Nachbarn, besagten Otto mit W, mit dem sie gut befreundet sind, mit dem sie dann auch grillen und Essen gehen und der in Deutschland wohl relativ bekannt wäre. Es war meinem Kollegen übrigens nicht möglich, den Namen mit W, der da wäre Waalkes, korrekt auszusprechen. So viel zum Thema, die Welt ist klein.