Englisch mit Belle – Teil 14

So, Jahre später hier mal wieder ein Englisch Beitrag. Da mein Englisch ja mittlerweile doch zufriedenstellend sein sollte, fallen mir so Sachen nur noch selten auf. Aber ab und an gibt es doch noch was, was mich zum schmunzeln bringt.

Es ist Frühling. Neben dem Herbst die Haupterkältungszeit. Demzufolge bedeutet das verstopfte Nasen und den verstärkten Gebrauch der aus Deutschland importierten Nasenspülkanne, die auf englisch übrigens neti pot heißt. Fragt mich nicht wieso, oder was das genau bedeutet, das Ding heißt einfach so. Da häng ich also so mit dem Gesicht über dem Waschbecken im Bad und starre auf die Salzpackung, die neben mir steht, während mir das warme Salzwasser durch die Nebenhöhlen läuft.

Tafelsalz

Tafelsalz

Hab ja sonst nichts besseres zu tun. Ich lese mir genauestens durch was da alles tolles draufsteht, bis ich am Free Running hängen bleibe. Meinem Hirn fällt dazu nichts besseres ein, als mir das tollste Kopfkino mit freilaufenden Salzkörnern auf einer saftigen, grünen Wiese zu bescheren. Glückliches Salz, was laut gackernd über das Gras läuft und hier und da einen Getreidekörnchen aufpickt.

Ähm ja. Erinnert mich stark an Ottos English for Runaways, dem Englisch für Fortgeschrittene. Zu finden auf youtube. Das war in den 80ern, wir erinnern uns, mal unheimlich populär und unheimlich lustig. Ehrlich gesagt, hat sich mir dieser Humor noch nie erschlossen, ist eine andere Generation, aber das ändert nichts daran, dass Otto das Nonplusultra unter den deutschen Komikern war. Gab es da eigentlich noch jemand anderes zu der Zeit? Mein Hirn hat auf jeden Fall ohne mein Zutun astreines Runaway Englisch produziert.

Free running würde ich übrigens mit leicht rieselnd oder etwas derartigem übersetzen. Auf gar keinen Fall mit freilaufend, so passend sich das auch anhört. Die freilaufenden Hühner dagegen sind free range chicken. Nur damit das geklärt ist.

Von Otto habe ich übrigens zuletzt gehört als vor längerer Zeit einer meiner Kollegen hier in Kanada zu mir kam und meinte: Ich muss dich jetzt mal fragen ob du einen deutschen Komiker kennst, der Otto irgendwas mit W heißt? Und natürlich kenne ich den Otto mit W. Mein Kollege kannte den Otto von Freunden, die in Florida leben und bei denen sie zu Besuch waren. Die haben da nämlich einen Nachbarn, besagten Otto mit W, mit dem sie gut befreundet sind, mit dem sie dann auch grillen und Essen gehen und der in Deutschland wohl relativ bekannt wäre. Es war meinem Kollegen übrigens nicht möglich, den Namen mit W, der da wäre Waalkes, korrekt auszusprechen. So viel zum Thema, die Welt ist klein.

Englisch mit Belle – Teil 13

Ja, das hatten wir schon ewig nicht mehr. Muss aber jetzt mal wieder sein, weil ich mich nämlich mal wieder in die Nesseln gesetzt habe. Okay, nicht wirklich, aber es war doch schon so erheiternd, dass ich es teilen muss.

Miley Cyrus hat ein neues Lied draußen. Keine Ahnung, ob das in Deutschland auch schon im Radio läuft, hier auf jeden Fall non-stop. Das Lied selbst heißt „Wrecking Ball“ zu Deutsch „Abrissbirne“. Das alleine ist schon ein ziemlich dämlicher Titel, aber das Lied selber mag ich eigentlich, wenn auch aus einem ganz anderen Grund. Aber zuerst, hier das Lied:

Wrecking Ball

Ich hätte ja gerne das youtube-Video eingefügt, aber da das mit Sicherheit in Deutschland nicht funktioniert probiere ich es mit einer Plattform, die für mich nicht funktioniert, da im falschen Land, dafür aber aus Deutschland erreichbar sein sollte. Hoffentlich.

Wie schon gesagt, ich mag das Lied. Und zwar aus dem Grund, weil die Gute da von Regenbogen singt, so schön lyrisch und romantisch: I came in like a rainbow! Macht zwar null Sinn, denn wer kommt schon wie ein Regenbogen rein. Ich fand das Bild sehr hübsch, mag ich doch Regenbogen echt gerne. Wieso sie das Lied dann „Wrecking Ball“ nennt ist mir zwar ein Rätsel, aber bei der wundert mich nichts mehr.

Tja, bis ich dann irgendwann neulich im Bus das Lied im Ohr hatte und mir auffiel, dass sie überhaupt nicht vom „rainbow“ singt. Nein, sie singt „wrecking ball“. Buuuh! Sie kommt wie ne Abrissbirne rein und nicht wie ein Regenbogen. Wie überaus unpassend! Das Lied mag ich immer noch, aber ich singe zum Amusement meiner Umwelt auch weiterhin: I came in like a rai-hain-bow!!!

Englisch mit Belle – Teil 11

Überraschung. „Englisch mit Belle“ gibt es auch noch. Wer hätte das gedacht. Dieses Mal zum  Thema:

Zeitumstellung

Heute ist es mal wieder soweit – die Sommerzeit fängt an. Zwei Mal im Jahr rege ich mich über diesen Quatsch auf und zwei Mal im Jahr kann ich nichts dagegen machen und muss mich wohl oder übel in mein Schicksal fügen.

Ich konnte mir auch nie merken, wann ich die Uhr wie umstellen muss. Im Frühling vor? Oder zurück? Und im  Herbst dann wieder vor? Oder da dann zurück? Bis mich meine Frau mit einer Eselsbrücke beglückte: Spring ahead (oder forward), fall back. Heißt übersetzt: Nach vorne springen, zurück fallen. Und praktischerweise heißt „spring“ Frühling und „fall“ Herbst. Und damit weiß ich nun für alle Zeiten, dass ich zu Beginn der Sommerzeit – Sommerzeit heißt übrigens „Daylight saving time“ – im Frühling die Uhr eine Stunde vorstelle, also nach vorne springe und im Herbst eine Stunde zurück, also zurück oder nach hinten falle.

Und weil nicht nur Cerah diese Eselsbrücke kennt, sondern diese in Canada Allgemeingut ist, gibt es auch ganz tolle animierte gifs oder Grafiken, die ich natürlich nicht für mich behalten möchte. Enjoy!

zwani.com myspace graphic comments
Myspace Daylight Savings Graphics

Englisch mit Belle – Teil 10

(Um gleich vorzubeugen. Ja, ich habe beschlossen, mich umzubenennen. Mal versuchsweise. Mir war gerade danach.)

Halloween rückt näher und mein Blog wird mit Suchbegriffen wie Halloween Kürbis, Kürbisschnitzen, Vorlagen Kürbisschnitzen, Kürbisgeschichten und so weiter und so fort bombardiert. Und das animiert mich natürlich zum Klugscheißen.

Halloween kommt von „All Hallows‘ Eve“ was bedeutet „Vorabend von Allerheiligen“, was ja bekanntlich am 1. November und in unserem schönen Bundesland ein Feiertag ist. Ursprünge sind umstritten – auf jeden Fall ist Halloween etwas gruseliges mit viel Totenköpfen, Skeletten, Fratzen, Monstern und Geistern. Die ausgehöhlten und geschnitzten Kürbisse gehören natürlich auch dazu. Deren Geschichte habe ich letztes Jahr bereits erzählt.

Liebe Suchenden, die ihr hier hereinschneit, weil ich nach Vorlagen zum Kürbisschnitzen oder Kürbisschnitzvorlagen oder Halloweenkürbissen sucht und enttäuscht seid, weil google sich nicht sehr kooperativ und euch nur mikrige 2600 Ergebnisse zeigt, dann versucht das ganze doch mal auf englisch.

Kürbisschnitzen heißt pumpkin carving.

Vorlage ist in diesem Fall entweder pattern oder stencil.

Ein ausgehöhlter und geschnitzter Kürbis nennt sich Jack O‘ Lantern.

Man kombiniere diese Begriffe und füge noch ein free mit dazu und dann findet man auch, was man sucht, nämlich Vorlagen zum Kürbisschnitzen.

Und da kommen dann viele, viele, viele Seiten mit Vorlagen. Hier und hier eine Dame, die unglaubliche Motive schnitzt. Sogar Portraits in ausgehöhlte Wassermelonen und auf Kürbisse. Absolut unglaublich. Und hier gibt es eher klassische und einfachere Motive und hier dafür etwas für Fortgeschrittene. Und hier Motive, die 2009 neu dazugekommen sind (runterscrollen bis zu Click here for Patterns 2009). Wer auf der Suche nach einem Twilight-Motiv für seinen Kürbis ist, der wird da fündig.

Möglichkeiten ohne Ende. Viel Spaß beim Schnitzen.

Erleuchtung und ein bisschen Englisch mit Belle – Teil 9

Heute früh stand eine – wie man das im Reinigungspersonalfachjargon nennt – Grundreinigung unserer Wohnung an. Der Boden glich eher einem Sandkasten und an der Decke hatte sich eine ganze Spinnensippschaft versammelt. Prinzipiell entferne ich die ja nur ungerne, aber das war sogar für meine Verhältnisse etwas zu viel des Guten. Während ich da also stundenlang vor mich hinsauge – der Prozess wird noch dadurch verlängert, dass die verschiedenen Bürsten und Staubsaugerrohre immer verschwinden, wenn ich mich rumdrehe und dann erst wieder aus Kinderhänden entfernt werden müssen – denke ich natürlich auch so munter vor mich hin und summe das ein oder andere Liedchen. Manchmal kommen da ganz merkwürdige Dinge zum Vorschein wie zum Beispiel heute das wunderbare Lied „Vaya con dios“ von Andrea Jürgens. Keine Ahnung aus welcher Hirnwindung das wieder hervor gekrochen kam oder was es da überhaupt zu suchen hatte. Nun gut, ich trällere also so vor mich hin – den Text kann ich selbstverständlich auch noch – vaya con dios, heißt Abschied zu nehmen, von deiner Liebe und von meinem Glück… Und auf einmal habe ich eine Erleuchtung. Irgendwie war ich immer der Ansicht, dass vaya con dios wohl tschüß bedeuten muss, denn sie singt ja was von Abschied. Und heute nach gefühlten 200 Jahren Spanisch-Abstinenz fällt mir dann mit einem Mal auf, dass vaya con dios wohl Geh mit Gott bedeuten muss. Ein weiterer großer Aha-Moment in meinem Leben. Und das einfach so, beim hirnlosen Staubsaugen.

Ähnlich ging es mir mal mit Take a bow von Madonna. Die Wörter im Titel kannte ich alle und habe das immer mit „Nimm einen Bogen“ übersetzt. Einen Sinn habe ich zwar darin nicht wirklich sehen können, aber wer versteht schon immer, was die Amis einem mit solch tiefsinnigen Botschaften mitteilen wollen. Und eines Tages fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Die redet überhaupt nicht von einem Bogen, die redet von einer Verbeugung. So nach dem Motto: Der Vorhang fällt und ich mache eine Verbeugung. Denn genau das bedeutet to take a bow, nämlich eine Verbeugung machen. Und um es noch ein bisschen fieser zu machen, ist bow nicht nur der Bogen und eine Verbeugung sondern auch noch eine Schleife. Und da erzähl mir einer, Englisch wäre einfach.

Englisch mit Belle – Teil 8

Ein großer deutscher Discounter hat diese Woche Kinderkleidung im Angebot. Da ist ja eigentlich nichts dagegen einzuwenden, wenn da nicht die krampfhaft coolen englischen Aufdrucke wären. Lasst mich mal ganz laut schreien: Ahhhh!

Lesen die denn kein „Englisch mit Belle“? Großer Fehler, ganz großer Fehler. Wir erinnern uns an Lektion 2. Die Benutzung des Wortes Chef. Und wie war das noch gleich? Genau der Chef ist der boss, nicht der chief. Und was steht auf dem Shirt? Mama sagt, dass ich jetzt der Häuptling bin? Ist ja nett, ich bezweifle aber, dass sehr viele Indianer beim deutschen Discounter einkaufen gehen.

Somit kommt hier Lekion 8. Das rote Shirt soll offensichtlich ein James Bond Zitat sein. Wir erinnern uns: Gerührt, nicht geschüttelt. Wodka Martini, wenn ich mich nicht täusche. Und wie heißt das im Original auf Englisch? Shaken, not stirred. Womit wir in diesen 8 Wörtern bereits zwei Fehler haben. Die Form „shaked“ existiert überhaupt nicht, da „to shake“ unregelmäßig ist. Shake, Shook, Shaken. Autsch, autsch, autsch. Das „mixed“ könnte ich ja eventuell noch verzeihen, aber „shaked“ geht gar nicht.

Das dunkelblaue oben kann ich leider nicht genug lesen, um es auseinander zu nehmen. Das Einzige, was mir auf den ersten Blick ins Auge fällt ist „Attention“. Geht gerade noch so, ist aber auch nicht hundertprozentig richtig. Caution wäre eigentlich besser. Da das eher sowas wie Vorsicht, Achtung bedeutet. Aber gut, das kann ich gerade noch verzeihen.

Aber das „shaked“. Da komm ich einfach nicht drüber weg.